Sehnsuchtsfragen

Ungefähr 300.000 Fragen stellt ein Mensch in seinem Leben, sagen die Statistiker. Die Art der Fragen verrät viel über die Person, die sie stellt. Welches sind Deine Fragen? Was möchtest Du, was Deine Fragen sind? Sind sie groß oder klein? Fragen sie nach dem Wichtigsten? Woran hängt Deine Sehnsucht? Geht es dabei um das, was Du hast und haben willst oder um das, was Du bist und träumst, zu sein? Das ist ein wichtiger Unterschied.

Was
glaubst
du?

Was glaubst du?

Ich glaube, dass Glaube Flügel verleihen kann. Ich glaube, auf jede schwierige Zeit folgt immer eine gute. Und dass Lachen das schönste Geschenk ist. An die Liebe auf den ersten Blick, auch wenn ich zweimal hingucken muss. Ich glaube an die Magie von Liebe und dass meine Gebete nicht ins Leere gehen. Und an Jesus. Manchmal glaube ich auch nur an die Tasse Tee, die schon manches Problem löste. Ich glaube, dass ich mehr bin als mein Spiegelbild. Und dass bunt so viel schöner ist als braun. Ich glaube an das Gute in der Welt. Und an die Kraft der Musik.

Ich glaube ganz fest, dass hinter dem Horizont was Schönes kommt. Und ich glaube, dass glauben besser ist als nichtglauben. Ich glaube an die Liebe, auch wenn sich mein Leben manchmal anders anfühlte. Und dass jeder Vergebung verdient, also immer noch einmal anfangen darf. Ich glaube an Veränderungen. Ich glaube, dass Gottes Segen wie ein Engel neben mir herfliegt. Und dass es ein Happy-End nicht nur im Film gibt. Ich glaube, dass ich unendlich geliebt werde…

Und du?

Es klingt wie eine dieser typischen Weihnachtsgeschichten. Aber eigentlich könnte sie zu jeder Zeit spielen: Es ging rauf und runter durch die Presse und durch die sozialen Medien, die Nachricht: „Polizist schenkt Obdachlosem Schuhe“.

Die gute Tat von New York. Lawrence DePrimo lief an einem kalten, dunklen Tag Streife in der 42. Straße. Er sagte später: „Ich selbst hatte zwei paar Socken an und trotzdem war mir kalt.“ Für 75 Dollar kaufte er einem Obdachlosen warme Winterstiefel, der barfuß am Straßenrand saß. Der Angestellte in dem Schuhgeschäft gab dem Polizisten Mitarbeiterrabatt.

Welche Schuhgröße er habe, hatte der Polizist den Obdachlosen gefragt. Eine Touristin hielt diese Szene mit ihrer Kamera fest. Sonst hätte sicher niemand davon erfahren. Lawrence DePrimo wollte dafür nicht in die Zeitung.
Auch in der eigentlichen Weihnachtsgeschichte macht sich keiner groß. Ein unscheinbarer Ort am Rand der Welt – bis heute, dieses kleine Bethlehem im Westjordanland.

In dieser kleinen Geschichte kann man, wenn man genau hinhört, raushören, was wir so dringend brauchen, wie nichts anderes auf der Welt: Da kommt einer, und der gibt mehr als er nimmt. Der kommt, um zu schenken. Sogar sein Leben.

Pastor Mathis Burfien

Was
liebst
du?

Was liebst du?

Ich liebe meine Freiheit. In der Hängematte liegen. Ich liebe Klänge und Harmonien, die miteinander verschmelzen. Ich liebe mein Auto. Und Nachhausekommen. Ich liebe wie Geborgenheit riecht. Und ich liebe es, geliebt zu sein. In einer warmen Sommernacht alleine durch die Stadt laufen. Ich liebe: Mama und Papa. Mein Meerschweinchen. Lagerfeuerabende. Ich liebe mich. Ich liebe den Sprung ins kalte Wasser. Ich liebe, Herzsteine suchen am Strand. Und später verschenken. Das Gelb der Ginsterbüsche. Und Filme, die mich zum Weinen bringen.

Ich liebe einen warmen Sommerregen. Auch Postkarten bekommen. Ich liebe Dich! Ich liebe, das Strahlen in den Augen meines Gegenübers. Ich liebe es, zu lesen, wenn die Regentropfen ans Fenster prasseln. Schlafen. Erdbeeren pflücken. Gott. Ich liebe: „Er liebt mich – er liebt mich nicht…“ mit Gänseblümchen spielen. Pfannkuchen von Oma. Ich liebe es, wie du mir in die Augen schaust. Ich liebe das Leben mit allen Ecken und Kanten Und die eine Sekunde, in der alles still ist. Ich liebe es, das Leben zu lieben.
Und du?

Als ich die Nachricht lese, merke ich auf: „Junger Mann mit Entwicklungsstörungen begeistert Publikum“:

Mitchell Marcus ist Publikumsliebling seiner Basketball-Mannschaft, obwohl er nie spielt. Weil seine geistige und körperliche Behinderung den Texaner beeinträchtigt, wird er nie in einem Punktspiel eingesetzt. Bis ihn sein Trainer im wichtigsten Finalspiel der Saison auffordert, sein Trikot überzuziehen.

„Ich war bereit, alles zu riskieren, wenn Mitchell dadurch seinen großen Moment bekäme“, sagte der Trainer.

Kurz vor Ende des Spiels ist es so weit. Seine Mitspieler stellen ihn unter den gegnerischen Korb und versuchen ihn anzuspielen. Aber der Märchentraum droht zu zerplatzen. Dreimal spielen sie ihm den Ball zu, dreimal wirft er vorbei. Kurz vor Ende des Spiels scheint alles aus, als Mitchell den Ball an den Gegner verliert.

Was dann folgt, ist eine Szene wie im Film – ist beinahe schöner als das Leben: Jonathan Montanez, Spieler der gegnerischen Mannschaft, tritt mit dem Ball an die Seitenlinie. Doch statt seine Mannschaftskollegen anzuspielen, ruft er Mitchell beim Namen und spielt den letzten, den wichtigsten Pass zum Gegner. Mitchell fängt den Ball, zögert kurz. Dann dreht er sich zum Korb – und trifft. Der Rest geht in den Jubelschreien des Publikums unter. Die Zuschauer stürmen vor Begeisterung auf das Feld…

Der eine Sieger ist Mitchell, der zweite Sieger des Spiels ist Jonathon Montanez. Warum er das getan habe, wird er nach dem Spiel gefragt? Den Ball dem Gegner zuwerfen?

„Jemand hat einmal gesagt“, hört man Jonathon nach dem Spiel, „behandel’ deine Mitmenschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest.“

Wer ist das, der so etwas gesagt hat?

Pastor Mathis Burfien

Was
hoffst
du?

Was hoffst du?

Ich hoffe, dass sich meine Träume erfüllen. Die guten. Nicht die bösen, die ich auch manchmal habe. Und ich hoffe, dass irgendwann mal eine Zeit anbricht, wo Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht keine Rolle spielen? Und: Niemals allein sein zu müssen, das wäre gut. Ich hoffe, dass nach jedem Sturm mir ein Regenbogen aufgeht. Und ich hoffe, dass der Tod keine Grenze ist. Manchmal hoffe ich, dass es ein langer Sommer wird und wir Zeit haben für Lagerfeuer und Kiessee und… Und auf weiße Weihnacht.

Ich hoffe, dass ich die richtigen Entscheidungen treffe. Die wichtigen zumindest. Und ich hoffe, dass ich mutiger von Gott erzähle. Ich hoffe, dass mein Auto nicht den Geist aufgibt. Dass Menschen friedlich nebeneinander leben können. Dass mein Chaos irgendwann ein Kunstwerk wird. Ich hoffe, dass ich nie verlerne, das Leben zu lieben. Auf einen Funken Glück hoffe ich. Am besten einen ganzen Funkenflug. Meine Gebete sind meine Hoffnung. Ich hoffe, dass jeder Mensch einmal in seinem Leben sagen kann: Das Leben ist schön! Ich hoffe, dass ich nie aufhöre zu hoffen…
Und du?

Der Ausflug eines 22jährigen Snowboarders hätte ihm beinahe das Leben gekostet.
Der Betreiber eines Liftes im Hochzillertal hatte pünktlich um 16.00 Uhr den Lift abgeschaltet. Was keiner wusste, Dominik Podolsky saß noch in diesem Lift. Als er sich zwischen den Stützen 16 und 17 befand, stoppte die Bahn.

„Ich dachte, dass es gleich weitergeht, aber nichts passierte.“

Dann brach die Dunkelheit ein und die Kälte kam, minus 18 Grad. Immer wieder fuhren Pistenraupen vorbei. Aber der Lärm der Motoren war zu laut. Niemand hörte ihn. Schließlich kam er auf die rettende Idee: Acht Geldscheine hatte der 22jährige dabei. Und immer, wenn er eine Pistenraupe hörte, zündete er mit seinem Feuerzeug einen an – in der Hoffnung, dass jemand den schwachen Lichtschein bemerken würde.

Auf einmal ging in Flammen auf und wurde zu Staub und Asche, was vorher so viel bedeutete.

Und das Wunder geschah: Den letzten brennenden Geldschein sah der Fahrer einer Pistenraupe. Er hielt an. Drehte den Scheinwerfer nach oben. Eine halbe Stunde dauerte es dann noch, bis der Lift wieder einsetzte. Die Ärzte waren sich sicher: Die Nacht hätte Dominik nicht überlebt.

Eine wundervolle Geschichte. Das Wunder geschah im Loslassen dessen, an das wir uns so oft klammern in unserem Leben. Ein paar Geldscheine. Wie viel mehr ist unser Leben?

Pastor Mathis Burfien