Take 7: Hoffnungslichter
Take 7: Hoffnungslichter
Persönlicher Blogeintrag von Gegenwindseglerin

Halli hallo,

Ein kleines Licht in der Dunkelheit, ein freundliches Lächeln, ein nettes Wort – jeder Mensch braucht etwas, das ihm sagt: Ja, ich darf hoffen.

Auch der Kirchentag ist ein Ort, der Hoffnung schenkt. Mitten in Berlin, einer Stadt, in der eins die Mauer stand, einer Stadt, in der viele jüdische Menschen deportiert wurden, eine Stadt, in der derart viele Menschen durch Gewalt gestorben sind. Überall in Berlin stehen Denkmäler. An jedem Ort wird man an die Geschichte Berlins erinnert. Nichts ahnend wollte ich zu einer Veranstaltung in der Nähe des Westhafens fahren. An der Bahnstation angekommen: Stille. Ein Denkmal steht auf der Brücke direkt über den Gleisen. Es war ein Deportationsbahnhof. Potsdamer Platz. Zwischen dem normalen Berufsverkehr und vielen planlosen Menschen mit Kirchentagsschal stehen Teile der Mauer. Einige gehen vorbei, andere fotografieren sich mit der Mauer. Wieder andere wollen sie einfach nur einmal anfassen. Ich stehe dar. Gehe ein Schritt über die Straßenmarkierung der Mauer, und ein Schritt wieder zurück. Ein Schritt in die BRD, ein Schritt zurück in die DDR. Ein Schritt, bei dem viele tausend Menschen gestorben sind. Ein Schritt, der für Millionen von Menschen unmöglich war. Ein Schritt, von dem die ganze Welt geträumt hat. Das Mahnmal. Direkt in der Stadt eine Fläche von mehr oder weniger hohen Betonsäulen soweit man blicken kann. In mir ein Gefühl von Wut, Trauer, Angst, Hass und Mitgefühl. Aus Ehrfurcht habe ich mich nicht getraut dieses Gelände zu betreten.

Mitten in dieser Historischen Stadt der Kirchentag, unter anderem mit Judit Anna. Sie ist der Wahnsinn! Eine junge Poetry – Slamerin aus Berlin traut sich das zu sagen, was viele verschweigen. Sie slamt in einer Kirche in der Nähe Jungfernheide von Flüchtlingen. Eigentlich ein Thema, das jede Woche im Radio kommt, über das man sich ständig unterhält und worüber sich die Geister scheiden, doch sie hat alle Menschen in dieser Kirche vereint, vereint in der Liebe und Menschlichkeit von Jesu Christus. Sie berichtet von ihrem FSJ in einer Frauen- und Kinderunterkunft und rührt mich damit zu Tränen! Ein Hoffnungslicht. Judith Anna verdient mit ihren Texten ein offenes Ohr. In der kommenden Zeit möchte sie ihre Texte verfilmen und sie alle bei Youtube hochladen. Derzeit befindet sich dort ein Video von einer Demo gegen die Umstände in der Pflege, aber es folgen mehr. Auch auf Facebook ist sie sehr aktiv. Also schaut doch mal bei ihr vorbei und hört euch an, was sie zu sagen hat. Ich sage euch: Es lohnt sich!

Eure Gegenwindseglerin