Take 10: Die Hoffnung auf sein.
Take 10: Die Hoffnung auf sein.
Persönlicher Blogeintrag von Gegenwindseglerin

Halli hallo,

Geht es euch manchmal auch so? Ich möchte die Welt retten. Genug sein. Zufrieden mit mir und anderen sein. Ich möchte Menschen die Wünsche von den Lippen ablesen. Helfen, da wo Hilfe gebraucht wird und auch da, wo man nicht mehr helfen kann. Ich möchte alles: Für meine Eltern die beste Tochter sein, für meinen Partner die beste Partnerin sein, für meine Professoren die beste Studentin sein, für meinen Chef die beste Mitarbeiterin sein,  und vieles mehr. Doch was möchte ich für mich sein? Ich laufe und laufe durch mein Leben, an mir ziehen Situationen vorbei: Ein Verkehrsunfall, eine Scheidung, der Tod eines Angehörigen, Kriege in der ganzen Welt, Menschen, die verhungern, Menschen, die unter Krankheiten bis in den Tod hinein leiden, Menschen, die bei Naturkatastrophen Haus, Kinder oder auch ihr eigenes Leben verlieren. Und ich laufe, laufe so schnell ich kann, um mein Bestes zu geben. Mein Bestes, um dies alles zu verhindern. Um eine Welt zu schaffen, die frei von Kriegen, Hungerleiden, Schmerz, Wut und Enttäuschung ist. Ich baue mir meine eigene Welt, in der der Schmerz erträglich wird, die Trauer sich in Freude verwandelt und in der meine kleine Seele die Hoffnung nicht verliert. Denn alles, was ich eigentlich möchte ist die Hoffnung auf sein.

Die Hoffnung auf sein. Da sein. Ich selber sein. Mutig sein. Traurig sein. Ängstlich sein. Fröhlich sein. Einfach sein.

Einfach sein. Ist es so einfach? Wie schwer ist der Koffer voller Weltverbesserungsdrang? Kann ich ihn einfach so stehen lassen, irgendwo an einer verlassenen Parkbank, befreit zwischen den Bäumen umherschlendern und die Sonnenstrahlen auf meiner Haut genießen? Kann ich den Boden unter meinen Füßen spüren ohne durch meine schwere Last in ihm zu versinken? Kann ich in den Himmel schauen und das Sommerwolkentheater betrachten ohne Nackenschmerzen von meinem mich beengenden Gepäck zu bekommen? Ich selber habe darauf keine Antwort. Doch eins weiß ich: Gott ist durch seinen Sohn mit mir auf dem Weg. Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke und mein Licht – Christus ist meine Zuversicht. Auf ihn vertraue ich und fürchte mich nicht. Durch Jesus Christus habe ich die Hoffnung auf sein. Da sein. Ich selber sein. Mutig sein. Traurig sein, Ängstlich sein. Fröhlich sein. Einfach sein.

Eure Gegenwindseglerin