Landei auf Suche nach … Balance
Landei auf Suche nach … Balance
Persönlicher Blogeintrag von Caroline

Es ist Januar. Für mich fühlt es sich allerding so an, als hätte ich die Ruhe, die ich gefunden hatte, als ich sechs Tage in meiner Heimat war, um mit meiner Familie Weihnachten zu feiern, schon wieder verloren. Aber der Reihe nach:

Weihnachten. Ich war schon lange nicht mehr für mehr als zwei Nächte in der Heimat. Meist finde ich nur kurz Zeit, um einzutauchen in diese Welt, die sich von meinem Göttingen so sehr unterscheidet. Nun aber also sechsTage und Nächte. Und: Ich hab EWIG nicht mehr so viel gechillt! Es war wunderbar! Ich war im Wald spazieren, auf dem Weg, auf dem ich schon Latein-Vokabeln in der 7. Klasse gelernt habe, habe Tanten, Nachbarn, Patenkinder besucht, habe gestickt und mich mit heißem Kakao und Omas Keksen verwöhnen lassen.

Silvester. Zusammen mit Menschen aus meiner Göttinger „Wahl-Familie“ habe ich den Jahreswechsel auf der wunderbaren Insel Borkum verbracht. (Dort ist übrigens auch das Foto entstanden.) Und DAS kann ich wärmstens empfehlen. Wir hatten eine sehr gute Zeit auf der Insel. Wir haben gemeinsam gekocht, ausgeschlafen, waren am Strand spazieren und der Wind trug unseren kleinen Drachen in die Luft. Um mich eines Sprichworts zu bedienen: Wir haben gelebt, wie Gott in Frankreich.
(Kleiner Borkum-Werbeblock: Wie ihr ja schon wisst, komme ich vom Dorf. Und obwohl Borkum die größte der ostfriesischen Inseln ist, ist sie klein. Das Landei in mir fühlt sich dort sehr wohl!)

Mitte Januar. Diese Zeit der Pause (für mich also vom 22. Dezember bis zum 8. Januar) in der Heimat und danach auf der Insel habe ich gebraucht! Mal ganz und gar raus kommen aus allem. Aber, da ich nun mehrere Wochen nicht an Hausarbeiten gedachte habe, nicht der Lektüre fürs Philosphicum nachgegangen bin und erst recht nicht die Hausaufgaben vorbereiten habe, bin ich nun im Stress…. Aber was habe ich daraus gelernt? Wahrscheinlich würde ich es wieder so machen… Weil es so schön war.
Leider kommt nun eins zum anderen. Protokoll schreiben, Referat vorbereiten, Texte lesen, Hausarbeiten tippen, denken, zum Arzt gehen, putzen, Mails beantworten. Und schon jetzt ertappe ich mich, wie ich sowas denke wie „ach, wann sind bloß wieder Ferien?“. Aber ich denke, dass das keine gute Idee ist, mich auf die nächsten Ferien zu vertrösten.

Was ich suche: Balance.
Zwischen Uni und Freizeit. Zwischen quality time für mich allein und Zeit mit Menschen. Zwischen bewusster Zeit mit Gott und Zeit, in der der Stress überhand nehmen darf. Es braucht wohl einen Orientierungspunkt, der mich an diesen „Vorsatz“ erinnert, dass ich mich, meine Gedanken und Kräfte nicht in alle Himmelsrichtungen gleichzeitig verstreuen kann, sondern ausbalancieren muss, was dran ist.

Da bin ich gerade ein bisschen beruhigt. Die Pause war dran und das ist gut so. Und jetzt darf es stressiger sein. Denn es wird sich ausbalancieren. Denke ich.