Landei auf der Suche … nach Bekenntnis
Landei auf der Suche … nach Bekenntnis
Persönlicher Blogeintrag von Caroline

Seit meiner Konfirmation bin ich in der Jugendarbeit meiner Heimatgemeinde tätig – Konfis begleiten, Kinderfreizeiten auf Spiekeroog, „Lange Nacht der Kirche“, Musik machen, auf Jugendfreizeit fahren.

Heimat

Einiges musste ich aufgeben, als ich mein Dorf für´s Studium verlassen habe, aber zu der ein oder anderen Gelegenheit darf ich zurück ins Team kommen – so auch diesen Sommer. Diesen Beitrag verfasse ich nämlich in Rosolina Mare, Italien. Die 37 Jugendlichen auf unserer Freizeit sind zwischen 12 und 17 Jahre alt und während ich auf der Bierzeltgarnitur sitze genießen die anderen das Mittelmeer. Es ist ein großer Kontrast zum Alltag in der Heimat: Hier sind mal ohne ihre Geschwister und Eltern unterwegs, bekommen andere Aufmerksamkeit, dürfen sich ausprobieren, testen und überschreiten Grenzen mit den Teamern, lernen neue Menschen kennen und finden Vertrauen zueinander.

Freiheit

Es gibt an einigen Tagen eine thematische Einheit, die je ein*e Teamer*in vorbereitet hat. Im Team haben wir uns Gedanken gemacht, was Kinder und Jugendliche in diesem Alter bewegt und beschäftigt und aus der Fülle an Möglichkeiten haben wir uns auf folgende Themen beschränkt: Wem kann ich vertrauen? Wer sind meine Freund*innen? Wo bin ich zu Hause? Woran kann ich glauben? Meine Aufgabe ist die Einheit zum Bekenntnis, die ich mit dem Entwurf von Keßler/Nolte „Konfis auf Gottsuche“ vorbereitet habe.

Suche

Wir haben erst unser apostolisches Glaubensbekenntnis in die Mangel genommen? Was gefällt den Jugendlichen? Was verstehen sie nicht? Was muss übersetzt werden? Die Jugendlichen waren engagiert dabei und haben kein Blatt vor den Mund genommen! Dann sollten sie nach überlegen woran sie selbst tatsächlich glauben – erst allein, dann haben wir Kleingruppen gebildet und haben die Jugendlichen gebeten, ein eigens Glaubensbekenntnis zu schreiben. Die Ergebnisse haben sie der Großgruppe präsentiert. Und jetzt wo ich diese Zeilen hier tippe, bekomme ich wieder Tränen in die Augen und obwohl es mega warm ist, habe ich Gänsehaut. Die Gruppe war mucksmäuschen still, hat sich und ihre Ergebnisse wahnsinnig respektiert und gemeinsam gebetet. Die Kinder waren so unfassbar ehrlich und aufrichtig zueinander und haben viel von sich preisgegeben. Es war ein sehr intimer Moment.

Dankbarkeit

Nun möchte ich euch die Bekenntnisse natürlich nicht vorenthalten. Lest sie mit liebevollen Augen, die so viel Liebe und Ehrlichkeit steckt in den Zeilen, die die Jugendlichen verfasst haben.

1.

Ich glaube an Gott, der jeden Menschen liebt und immer für einen da ist.
Ich glaube an seinen Sohn Jesus Christus, der uns Gott näher gebracht hat
und da durch sterben musste.
Ich glaube an den Heiligen Geist, der überall auf der Erde und
trotzdem bei jedem Einzelnen von uns ist.
Ich glaube, dass die Kirche unseren Glauben verstärkt und uns zu einer Gemeinschaft werden lässt.
Wir glauben alle gemeinsam an Gott.

2.

Ich glaube, dass Gott allmächtig ist und für die Wunder der Weltentstehung verantwortlich ist.
Ich glaube an Jesus, seinen Sohn, der die Menschen
erlöste und Gottes Gesicht auf der Erde war.
Ich glaube an den Heiligen Geist, der unter uns ist und uns zur Liebe führt.
Ich glaube an die heilige, christliche Kirche, die Gemeinschaft aufzeigt und
das ewige Leben erklärt.
Hallelujah dem Herrn, der jeden Fehltritt verzeiht.

3.

Ich glaube, dass Gott über uns wacht und Jesus mit seinem Weg ein Vorbild für uns sein kann. Der Heilige Geist ist auf die Erde hinabgestiegen, um uns miteinander zu verbinden. Ich glaube, dass die Gemeinschaft der Kirche uns allen Kraft, Hilfe, Hoffnung und Liebe gibt, sodass ich selbst ein erfülltes Leben führen kann. Halleluja.

4.

Ich glaube, dass Gott für ein besseres gegenseitiges Leben in den Krisenländern führen wird. Ich glaube, dass Jesus auch in den nächsten Jahren durch seine damaligen Taten für viele positive Diskussionen führen wird. Ich glaube, dass der Heilige Geist gleichzusetzten ist mit Karma und Momentum ist. Ich glaube, dass die Kirche in Zukunft einen Sprung machen wird und ein Anlaufpunkt für Jugendliche wird. Ich glaube, dass ich selbst zukünftig mehr Respekt vor Menschen, die täglich draußen im Freien oder in Zelten leben müssen, haben sollte.

5.

Ich glaube an Gott, als unseren Helfer in der Not, der uns immer schützt, liebt und verzeiht. Ich glaube an Jesus Christus, unseren Erlöser, der uns jeder Zeit rettet und unterstützt – in guten wie in schlechten Zeiten. Ich glaube an den Heiligen Geist, der uns erfüllt und beschützt, weil er in allen etwas bewirkt. Ich glaube, dass die Kirche die Gemeinschaft ist, die uns Kraft gibt im Glauben zu bleiben, weil sie mehr als nur ein Gotteshaus ist und uns immer wieder an den Glauben erinnert. Ich glaube, dass ich selbst andere im Glauben bestärken kann und Gott, Jesus und den Heiligen Geist für mein Leben dankbar sein sollte. Halleluja.

6.

Ich glaube, dass Gott uns alle liebt und Gutes in jedem Menschen sieht. Außerdem schenkt er jedem Glück, der es verdient hat und erlöst Menschen mit Leid und Sorge. Allerdings verteilt er auch gerechte Strafen. Ich glaube, dass Jesus Gottes Botschaft verwirklicht und weiter geben soll und den Menschen Gott näher gebracht hat. Ich glaube, dass der Heilige Geist eine nicht fassbare Erscheinung ist, welche Gott zur Verwirklichung hilft. Ich glaube, dass Kirche ein Ort der Gemeinschaft ist und man Erfahrung über Gott sammelt. Außerdem gibt die Kirche den Menschen das Gefühl sich Gott nahe zu fühlen.